Materialien: Mehr als Filz und Fett
In seinen Werken verwendete Joseph Beuys immer wieder Materialien, die traditionell nicht mit Kunst in Verbindung gebracht werden.
Dazu zählen Filz, Fett, Honig, Schokolade, aber auch Schwefel, Magnesium und Bitumen (Pech). Rohstoffe wie Kupfer und Eisen kamen ebenso zum Einsatz wie rohe Holzplanken. Auffällig sind zudem Glühlampen, Würste oder Knochen. Die Eigenschaften dieser Materialien können wärmend, isolierend, klangerzeugend, veredelnd oder nährend sein.
Mit ihnen wollte Beuys seine plastische Theorie (soziale Plastik) veranschaulichen. Ihre Eigenschaften sollten intuitiv, aus der alltäglichen Nutzung heraus, begriffen werden und so auch den individuellen Zugang zu den Werken in Block Beuys erleichtern.
Material anklicken und mehr erfahren
Materialveränderungen
Ein Großteil der Objekte in Block Beuys stammt aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Vor allem organische Materialien wie Fett, Wurst und Zucker sowie chemische Substanzen wie Schwefel, Jod und Pigmente weisen inzwischen Alterserscheinungen auf. Ihre natürliche Veränderung lässt sich nicht aufhalten.
Maßnahmen:
Die Restauratorinnen und Restauratoren des Hessischen Landesmuseums Darmstadt stehen vor der Herausforderung, den ursprünglichen Charakter der sich verändernden Materialien weitestgehend zu bewahren.
Bis auf das Werk STELLE (Fettfilzplastik) vollständig mit Hochspannungswechselstrom aufgeladene Kupferplatte im Durchgang zu Raum 3 dürfen keine anderen Objekte in Block Beuys berührt werden. Auf Kupfer beispielsweise hinterlässt Handschweiß irreparable Schäden, da er die Oberfläche chemisch verändert.
Werke mit Materialveränderungen (Auswahl)
Sender (2 x Fettfüße), Holz-Farbe-Wachs, 1964
Block Beuys, Raum 1
Die Fett-Wachs-Massen der beiden Sender von Transsibirische Bahn veränderten ihre Form bereits zu Beuys' Lebzeiten.