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Erde

Materialeigenschaften:
Erde, Ton und Lehm sind sehr gut modellierbar. Sie können als natürlicher Urstoff zur Gestaltung (z. B. für Gefäße) oder als Nährboden eingesetzt werden, aus denen Lebendiges wächst und Neues entsteht. Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen beschreiben die Formung des Menschen aus Erde, der durch das Wort, den Atem oder den Geist einer göttlichen Instanz belebt wird.1 Zudem weist Erde als Heilmittel zur innerlichen und äußerlichen Anwendung eine lange Geschichte auf.2

Verwendung bei Beuys:
Bevor Beuys in seinem Werk begann, Wachs, Honig und Fett als Materialien zu verarbeiten, bevorzugte er Erde, Ton und Lehm. Mit DAS ERDTELEPHON in Block Beuys warf er die Frage nach dem widersprüchlichen Verhältnis von Natur und Technik auf. Dem technischen Apparat (Wählscheibentelefon W48 aus Bakelit) stellte Beuys hier einen Erdklumpen zur Seite.

Biographische Bezüge:
Beuys' besonderes Interesse galt den unsichtbaren Kräften der Erde: Magnetismus, Strahlung, Gravitation und die daraus resultierende Erdbeschleunigung. Sogar Elektrizität bezeichnete er als »untersinnliche Eigenschaft«3, die in vielen seinen Aktionen zur Wirkung kommen sollte und in einigen Werken in Block Beuys eine Rolle spielt.


Werke aus Erde (Auswahl)

»DAS ERDTELEPHON«, 1967

Block Beuys, Raum 2

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(1) Vgl. Monika Wagner, Das Material der Kunst. Eine andere Geschichte der Moderne, München 2001, S. 112.

(2) Vgl. Uwe Claus, Erde, in: Joseph Beuys. Die Materialien und ihre Botschaft, Kat. Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2006, S. 49f.

(3) Beuys, in: Das Gespräch mit Joseph Beuys, in: Volker Harlan, Was ist Kunst? Werkstattgespräch mit Beuys, Stuttgart 1986 (2001, 2011), S. 60.