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Wachs und Honig

Materialeigenschaften:
In einem Bienenstock verwandelt sich flüssiges, ungeformtes Wachs in geometrische Waben. Es ist wie Fett mit Körperwärme formbar, aber haltbarer als Butter, Margarine oder Schmalz. In der Kunst diente Wachs viele Jahrhunderte lang vor allem für Modelle in der Bildhauerei.

Verwendung bei Beuys:
In Beuys' Plastiken waren Wachs und Honig zentrale Werkstoffe, die ein Bienenstaat in einer perfekt funktionierenden Lebens- und Arbeitsgemeinschaft hervorgebracht hatte. Beuys verglich diese Vorgänge mit einem sozialen Organismus. In seinem Werk stand Bienenwachs für lebendige, animalische und organische Wärme.1 Genau das entsprach den Prinzipien seiner plastischen Theorie,2 in der er Plastik als prozesshaft und als gemeinschaftliche Aktivität dachte.

Biographische Bezüge:
Auf der documenta 6 in Kassel (1977) ließ Beuys mit seiner berühmten Honigpumpe am Arbeitsplatz durch ein über mehrere Säle verteiltes Schlauchsystem Honig zirkulieren. In ihrem Zentrum befand sich ein Raum, in dem er unter anderem selbst mit Besuchenden diskutierte.


Werke aus Wachs und Honig (Auswahl)

»Fettplastik (transponiert) Wachs«, 1964

Block Beuys, Raum 5, Vitrine 1

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(1) Vgl. Peter Bürger, Die Avantgarde, das Material und der Tod. Annäherungen an Joseph Beuys, in: Joseph Beuys. Die Materialien und ihre Botschaft, Kat. Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2006, S. 16.

(2) Vgl. Carmen Alonso, Von der Biene zur Sozialen Plastik, in: Marion Ackermann, Isabelle Malz (Hrsg.), Joseph Beuys. Parallelprozesse, Kat. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2011, S. 246.