Teer und Bitumen
Materialeigenschaften:
Der dunkelbraune bis schwarze Teer und das Bitumen ähneln sich in ihrer zähflüssigen Konsistenz und in ihrer Verwendung. Frühe Kulturen nutzten sowohl natürlich vorkommendes »Erdpech« (Bitumen) als auch Teer zur Einbalsamierung von Toten. Während Bitumen auf Erdöl basiert, kann Teer unter anderem aus Braun-, Steinkohle, Torf oder Holz gewonnen werden. Wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung wird Teer in Deutschland nicht mehr zur Asphaltierung von Straßen benutzt.
Verwendung bei Beuys:
Beuys setzte beide Materialien in seinen Werken als Schutzschichten ein. Ihr organischer Ursprung und ihre fließende Struktur als Überzug verleihen zum Beispiel dem Werk gummierte Kiste einen Wärmecharakter. Der isolierende Effekt dieser Beschichtung macht die Kiste zu einem Rückzugsort.
Biographische Bezüge:
Die medizinische Wirkung von Teer war Beuys durch seine Beschäftigung mit anthroposophischer Naturheilkunde bekannt. Gering dosierte Teerpräparate können die Verbreitung von Mikroben (Viren, Bakterien, Pilze) hemmen und juckreizstillend wirken. Sie werden auch heute noch zur Behandlung von Hauterkrankungen verschrieben.
Werke mit Teer und Bitumen (Auswahl)
»gummierte Kiste«, 1957
Block Beuys, Raum 2