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Nahrungsmittel

Materialeigenschaften:
Wurst, Schokolade, Brot, Zuckerstückchen oder eingekochte Birnen – in Block Beuys lagert eine Vielzahl von Lebensmitteln, die ihn tatsächlich zu einer Art Vorratslager machen. Die einst essbaren Materialien wecken Assoziationen zum realen Leben, regen die Sinne – etwa Riechen und Schmecken – an , irritieren aber auch durch ihre Verwendung im Kunstkontext. In Anbetracht ihres sichtbaren Verfalls erregen sie mitunter Ekel.

Verwendung bei Beuys:
In Beuys' Werken wird Nahrung zum energiespeichernden »Überlebensmittel«1: weniger für den Körper als vielmehr für den Geist. Der Prozess der (geistigen) Nahrungsaufnahme steht für den imaginierten »Transport vom Mund ins Bewusstsein«2. Zersetzung und Umwandlung werden als Transformationsprozesse ausgestellt.

So ließ Beuys luftgetrocknete Wurst mit dem Titel + − Wurst zur Batterie werden und eingekochte Früchte in Fond I zum Energiespeicher. Zugleich baute er eine assoziative Brücke zwischen Sprache und Nahrung im Sinne eines Sendens und Empfangens von Informationen. Diese Verbindung zeigte er zum Beispiel in getippten Wortlisten mit Schokoladentafeln oder Zeitungen, die er in Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot mit nährendem Fett überzog.


Werke mit Nahrungsmitteln (Auswahl)

»2 Brote«, 1966

Block Beuys, Raum 5, Vitrine 1

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(1) Reinhardt Ermen, Stockfisch und Hammer. Joseph Beuys Arbeiten mit Lebensmitteln, in: Kunstforum International, Bd. 275 (Juni/Juli 2021), S. 312.

(2) Ebd., S. 310.