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Filz

Materialeigenschaften:
Filz ist ein Flächengebilde einzelner Wollfasern, die zu einer flexiblen und festen, ungeordneten und doch homogenen Struktur verknetet werden. Bereits in frühen Kulturen walkten Menschen mit den Händen Tierhaare zu Filz.

Verwendung bei Beuys:
Beuys, bekannt als der Mann mit dem Filzhut, setzte Filz ab 1960 als Werkstoff ein.1
In den Werken zeigt das Material seine Eigenschaften als Isolator, der Wärme umschließt und schützt, Energie speichert, Stromflüsse unterbricht oder auch Klänge dämpft.
In Beuys' Vorstellung wirken in diesem Material einerseits die entgegensetzten Kräfte von Chaos und Wärme, andererseits von Ordnung und Kälte zusammen.2

Biographische Bezüge:
Beuys erlebte als Soldat im Zweiten Weltkrieg einen Flugzeugabsturz auf der Halbinsel Krim. Später gab er an, dort von Tataren gerettet worden zu sein, die ihn in wärmenden Filz gewickelt und in einem Filzzelt gesund gepflegt hätten.3


Werke aus Filz (Auswahl)

»Filzanzug«, 1970

Block Beuys, Raum 2

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(1) Vgl. Ulf Jensen, 1958–1961, in: Marion Ackermann, Isabelle Malz (Hrsg.), Joseph Beuys. Parallelprozesse, Kat. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2011, S. 120.

(2) Vgl. Barbara Strieder: Filz, in: Joseph Beuys. Die Materialien und ihre Botschaft, Kat. Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2006, S. 95.

(3) Vgl. Beuys im Interview über Schlüsselerlebnisse, 27.9.1976, in: Georg Jappe, Beuys packen. Dokumente 1968–1996, Regensburg 1996, S. 208–210.