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Joseph Beuys

Plastische Bilder und Wasserfarbenblätter 1947–1970

7. Februar – 7. April 1991

Ausstellung im Vorraum und in Raum 1 von Block Beuys, 2. OG, sowie in den Galerieräumen der Graphischen Sammlung, 3. OG
Ausstellungsübernahme mit dazugehörigem Ausstellungskatalog von der Galerie Kornwestheim
Rahmenprogramm zur Ausstellung unter anderem mit öffentlichen Führungen von Mitgliedern des Arbeitskreis Block Beuys, Darmstadt

 

Eine zweite Ausstellung zum graphischen Werk des Künstlers Joseph Beuys im Hessischen Landesmuseum Darmstadt wird 1991 dank einer Übernahme von der Galerie der Stadt Kornwestheim (Baden-Württemberg) realisiert. Sie zeigt 80 der Plastischen Bilder und eine etwa gleich große Anzahl von Wasserfarbenblättern. Sämtliche Arbeiten stammen aus den Beständen der Brüder Hans (1929–2002) und Franz Joseph van der Grinten (1933–2020). Beide sind eng mit Beuys befreundet und präsentierten dessen Plastische Bilder bereits 1963 in ihrer »Stallausstellung« in Kranenburg.

Details über die Ausstellung:
Plastische Bilder bezeichnet eine Werkgruppe des Künstlers, die er unter Verwendung von Alltagsgegenständen, Zufallsfunden, Objekten aus seinem Atelier und von Aktionen sowie persönlichen Relikten in eigenwilligen Kombinationen zusammengeführt hat. Die wie Reliefs oder kleine Skulpturen anmutenden Montagen, Collagen und Assemblagen erhalten »durch Rahmung und Verglasung in Holzkästen oder Galerierahmen«1 einen geschlossenen Charakter. In dieser Werkgruppe, die zwischen 1947 und 1979 datiert ist, bezieht Beuys einerseits die Improvisation als gestalterisches Moment mit ein. Andererseits greifen seine genaue Beobachtung der Eigenschaften und Qualitäten der Materialien und deren richtige Auswahl ineinander, die ihm seine plastische Ausformung erst ermöglichen. Ob im Gebrauch von Gipsbrocken, Tonklumpen, Papieren mit diversen Gebrauchsspuren, Kartons, Schnüren, Geweben, Schachteln, Deckeln, Blechblättchen oder Klötzen und der ikonischen Braunkreuzfarbe, mit denen Beuys seine Plastischen Bilder oft überzieht, – stets bleibt die Freiheit im Experimentieren mit zwei- und dreidimensionalen Effekten erhalten. Auf diese Weise werden Beuys' Gedankengänge »hinsichtlich der Entgrenzung des Plastischen«2 nachvollziehbar. Ungewöhnliche Werktitel erweitern zusätzlich die Interpretationsspielräume.

In größerem Maßstab findet sich diese Gestaltungsfreiheit in zahlreichen zentralen Werken sowie bei einigen Objekten in den Vitrinen von Block Beuys (Raum 5 und Raum 6) wieder.
In der Ausstellung selbst erzeugten die in direkter Nachbarschaft zu Transsibirische Bahn und LICHAMEN / Körper (Kupfer, Leinwand, Filz) gehängten »Plastischen Bilder« in Raum 1 von Block Beuys eine spannungsreiche Unmittelbarkeit.




Ausstellungsplakat »Joseph Beuys – Plastische Bilder und Wasserfarbenblätter 1947–1970«, 1991

(1) Barbara Strieder, Künstlerpost – Zu einigen Plastischen Bildern von Joseph Beuys in: Ausst.-Kat. Joseph Beuys. Plastische Bilder 1947–1970, Galerie der Stadt Kornwestheim (Hrsg.), Stuttgart 1990.

(2) Hans van der Grinten, Plastische Bilder als bildnerische Kategorie bei Joseph Beuys In: ebd. S. 8.

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Hochspannungs-Hochfrequenz-Generator und FOND II (10 Teile), 1968, in Raum 2

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