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Block Beuys im Wandel

Tacita Dean: Darmstädter Werkblock

Als im Zuge der Generalsanierung des historischen Museumsgebäudes in Darmstadt am 30.11.2006 die Entfernung der über Jahrzehnte rotbraun verfärbten und verschlissenen Stoffbespannung im Block Beuys bekannt gegeben wurde, war die Empörung groß. Dass künftig weiß gestrichene Wände den Werkkomplex umgeben sollten, war für die Fachwelt ebenso wie für viele Besucherinnen und Besucher kaum vorstellbar. Schließlich hatte die Jute-Wandbespannung das Erscheinungsbild von Block Beuys mehr als drei Jahrzehnte lang geprägt.

Kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten im September 2007 richtete die britische Künstlerin Tacita Dean (*1965) mit ihrer Filmkamera den Blick auf diese Wandbespannung. Die Objekte des Darmstädter Werkensembles ließ sie dabei bewusst außer Acht – ihre Aufmerksamkeit galt allein den Wänden. Ihre unbewegte Kamera fokussierte sie scheinbar endlos auf die Wandverkleidung: auf verfärbte Stellen, ausgebesserte Flicken oder feine Risse im Stoff.
Mit ihrem 16-mm-Farbfilm Darmstädter Werkblock zeichnete sie ein ungeschöntes Bild von dem Material: seiner Struktur und Farbigkeit, seinen Ermüdungserscheinungen, aber auch der Sorgfalt, mit der man diese zu kaschieren suchte. Im Jahr 2008 legte die Künstlerin einzelne Standbilder ihres Films als 8 Fotogravuren auf, die sich in der Graphischen Sammlung des Museums befinden.
Als Erweiterung ihrer filmischen Hommage an Joseph Beuys entwickelte sie gemeinsam mit dem Verleger Gerhard Steidl (*1950) zudem ein Künstlerbuch, in dem sie auf knapp 80 Seiten Filmstills zusammenstellte.

In den verschiedenen Formen ihrer Auseinandersetzung mit dem »Darmstädter Werkblock« gewann gerade das, was in den sieben Räumen von Block Beuys nicht Teil des Kunstwerks war, einen eigenen, faszinierenden visuellen Reiz.

Tacita Dean »Darmstädter Werkblock«, Fotogravur, Blatt I, 2008

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Hochspannungs-Hochfrequenz-Generator und FOND II (10 Teile), 1968, in Raum 2

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