Joseph Beuys >>Hauptstrom>>FLUXUS und Fettraum
Eine Aktion in Darmstadt 1967. Fotografiert von Camillo Fischer
27. Februar – 2. Mai 1993
Foto-Ausstellung im Vorraum von Block Beuys, 2. OG, ohne Ausstellungskatalog
Aktion zur Ausstellungseröffnung von Henning Christiansen (1931–2008)
Camillo Fischer (1920–2009) zählte zu den wichtigen Fotojournalisten und Kunstfotografen der »Bonner Republik«. Er portraitierte national und international bekannte Politikerinnen und Politiker – unter ihnen die Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967) und Willy Brandt (1913–1992). Im Jahr 1967 kam Fischer nach Darmstadt und fotografierte die Aktion >>Hauptstrom>>FLUXUS mit Joseph Beuys und dem Komponisten Henning Christiansen zur Ausstellung Fettraum in der Galerie von Franz Dahlem (1938–2025). Hier trafen auch Beuys und der Unternehmer Karl Ströher (1890–1977) zum ersten Mal aufeinander: eine richtungsweisende Begegnung.
Details über die Ausstellung:
Nachträglich werden Camillo Fischers Aufnahmen zum wertvollen Zeitdokument. Erst etliche Jahre später entdeckt die Darmstädter Kunsthistorikerin Eva Huber (o. A.) die bis dahin unangetasteten 24 Filmrollen des Fotografen der Aktion. Mit Unterstützung des Kustos' für Moderne Kunst am Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Klaus-D. Pohl (*1950), können die Negative belichtet, Contact Sheets entwickelt sowie ausgewählte Momentaufnahmen großgezogen und gerahmt werden.
Zur Eröffnung der Fotoausstellung im Jahr 1993 sind Camillo Fischer und Hennig Christiansen eingeladen. Letzterer nutzt die Gelegenheit für einen eigenen denkwürdigen Auftritt in Erinnerung an seinen Künstlerfreund Joseph Beuys. Für seine Aktion benötigt Christiansen einen grün gestrichenen Tisch, den ihm das Museum baut, und drei Hammer. Diese, zufälligerweise im gleichen Farbton, bringt der Akteur mit, legt sie auf dem Tisch ab und beschriftet sie jeweils mit den Worten: »Der dumme Hammer tritt auf!«; »Der kluge Hammer tritt auf!«; »Der friedliche Hammer tritt auf!«. Schließlich signiert er den Tisch mit: »Hennig Christiansen 1993«. Während der nur wenige Minuten andauernden Aktion läutet er jede Handlung mit einem klingelnden Glöckchen ein, nimmt dann jeweils einen der Hammer in die Hand, schlägt ihn dreimal auf die Tischplatte und verlautbart für alle hörbar nacheinander: »Der dumme Hammer tritt auf!«; »Der kluge Hammer tritt auf!«; »Der friedliche Hammer tritt auf!« Mit Ausnahme der Glöckchen verzichtet er hier auf eigene Musik.
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