Joseph Beuys Retrospektive
Solomon R. Guggenheim Museum, New York
2. November 1979 – 2. Januar 1980
mit Ausstellungskatalog
Noch während Joseph Beuys seinen Block Beuys im Hessischen Landesmuseum Darmstadt einrichtet, ergänzt und verändert, lässt er 1979 zahlreiche Werke aus dem Darmstädter Konvolut für seine groß angelegte Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum nach New York transportieren.
Bis dahin ist Beuys in den USA kaum wahrgenommen worden. Eine umfassende Vermittlung seines Werkes stand noch aus. 1974 reist er erstmals gemeinsam mit der britischen Journalistin Caroline Tisdall (*1945) und Klaus Staeck (*1938) für zehn Tage in die Vereinigten Staaten. Noch im selben Jahr kehrt er nach New York zurück, um anlässlich der Eröffnung der Galerie von René Block (*1942) die dreitägige Aktion I Like America and America Likes Me (1974) aufzuführen. Bis zu seiner ersten musealen Einzelausstellung in den USA sollen jedoch weitere fünf Jahre vergehen.
Details über die Ausstellung:
1979 ist es schließlich so weit: Das Solomon R. Guggenheim Museum widmet ihm eine umfassende Einzelausstellung – ein enormer Erfolg. Zu sehen ist eines seiner »umfänglichsten Gesamtkunstwerke und mit Sicherheit die eindrücklichste Ausstellung, die er zu Lebzeiten realisieren konnte«, so Mario Kramer.1
Tatsächlich katapultiert die New Yorker Präsentation in dem spektakulären Museumsbau Joseph Beuys schlagartig an die Spitze des Kunstkompass-Rankings der Zeitschrift Capital.
Beuys gestaltet die Ausstellung in 24 Stationen, in denen er den Besucherinnen und Besuchern entlang der spiralförmigen Rampe – von der obersten Etage bis hinunter ins Erdgeschoss – sein künstlerisches Schaffen vor Augen führt. Ein begleitender Ausstellungskatalog2 bettet die gezeigten Objekte in ihren jeweiligen Entstehungskontext ein.
Neben Raumobjekten wie – LICHAMEN Körper (Kupfer, Leinwand, Filz), Grauballeman oder Stelle (Fettfilzplastik) vollständig mit Hochspannungswechselstrom aufgeladene Kupferplatte – zeigt Beuys mit Auschwitz-Demonstration das einzige vollständige Darmstädter Vitrinen-Ensemble. Zusammen mit dem Werk Badewanne (1960) markiert der Schaukasten den Beginn des Ausstellungsparcours.
(1) Mario Kramer, Joseph Beuys »Auschwitz-Demonstration« 1956–64. In: Eckhart Gillen (Hrsg.): Deutschlandbilder. Kunst aus einem geteilten Land, AK Martin Gropius-Bau, Berlin, Köln 1997, S. 193–303, hier S. 303.
(2) Caroline Tisdall (Hrsg.): Joseph Beuys, AK The Solomon R. Guggenheim Museum, New York, New York 1979.
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